Manchmal

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Thoughts

Ich liege im Bett und schaue genervt auf die Uhr. Wir haben mittlerweile 3 Uhr nachts und ich habe nicht mal annähernd die Augen zugemacht. Was ich zu diesem Zeitpunkt weiß? Dass ich sie bis zum Ertönen meines Weckers auch nicht mehr zumachen werde. Nicht, weil ich nicht will. Weil ich nicht kann!
Also stehe ich auf und gehe nach draußen – in der Hoffnung, dass die frische Luft mir Sandkörner in die Augen pustet. Und während ich wie ein kleines Mädchen auf mein Sandmännchen warte, verliere ich meinen Blick im Himmel. Nein, eigentlich nicht nur meinen Blick, sondern auch mich selbst. Ein kleines bisschen zumindest.

Das Ding ist, manchmal reden Menschen von Vermissen. Von dieser einen Leere, die dann zurückbleibt. Aber ich spüre das nicht. Bei mir ist da gerade keine Leere. Bei mir sind tausend Gedanken. An ausgesprochene Worte und Blicke. Blicke, die entstanden, als Worte nicht mehr zu finden waren. Die auf einer Ebene kommunizierten, die so magisch waren, wie kein Beispiel es an dieser Stelle jetzt zum Ausdruck bringen könnte. Eine Ebene, die meine Beine zu Wackelpudding und mein Herz zum Drummer machten. Alles in einem zusammen.

Shit, reden wir Klartext: Die Rede ist von dieser Ebene, die dich das fuckin‘ Lieben lehrt. Mit all den Nebenwirkungen inklusive.

 

„feeling come with a price“

Ich frage mich, ob du ihn auch gerade siehst. Diesen Sternenhimmel, meine ich. Und ob du dasselbe machst: An mich denkst. Du nachts nicht einschlafen kannst, weil dich dieselben Gedanken quälen. Du von mir träumst und verwirrt aufwachst, weil du feststellst, dass ich nicht neben dir liege. Weil jemand anderes neben dir liegt. Du die ganze Nacht kein Auge mehr zumachen kannst, weil es sich komisch anfühlt. Falsch. Irgendwie nicht richtig. Naja, weil…weil sie nicht ich ist.

Ich frage mich, ob du bei Kleinigkeiten an mich denkst. Du manchmal auf der Arbeit in deinen Bildschirm starrst und ich dir ohne Grund in den Sinn komme. Einfach so, weißt du.
Und ob alles diesen einen melancholischen Beigeschmack hat, sobald du irgendwo meinen Namen hörst; liest.
Sei es, wenn ich auf deiner Facebook Timeline auftauche oder du ein neues Bild von mir siehst. Dein Freund dir von mir erzählt oder du meine Texte liest. Du in der Nähe meiner Straße oder am Ort unseres ersten Treffens bist.

Ich frage mich auch, ob du mich manchmal gerne anrufen würdest. Einfach nur, um meine Stimme zu hören. Oder ob du bei bestimmten Liedern an unsere gemeinsame Zeit denken musst.
An unsere Nächte und an unsere Tage.
An unsere Gespräche und an unsere Berührungen.
An das Lachen und an das Rumalbern.
An unsere Liebe und an unseren Streit.
An all die bösen Worte und das Geschrei auf der Straße.
An das Drama und die Ohrfeige.
An das Weglaufen und das Hinterherrennen.
An das Festhalten und nicht Loslassen.
An gelöschte Nummern und Ignoranz.
An die Wut und Enttäuschung.
An die Tränen und Schmerz.
An die Küsse und Sehnsucht.
An Vergeben und Verzeihen;
zweite Chance.
Chancen.

„you will always make me weak“

Fragst du dich eigentlich auch, warum es dir unangenehm ist, wenn ich in deiner Nähe bin?
Aber gleichzeitig, warum du deine Augen nicht von mir abwenden kannst?
Wir uns gegenseitig als Schwachstelle bezeichnen?
Und warum wir immer wieder an diesen Punkt angelangen? Du weißt schon…das Gerede von „was wäre wenn“.
Was aus uns hätte alles werden können. Zumindest dann, wenn wir uns später kennengelernt hätten. Zu diesem einen vielleicht besseren Zeitpunkt. Zum vielleicht für uns wirklich richtigen.
Fragst du dich manchmal auch, wo all die Zeit hingeflogen ist? All die Jahre, die dazwischen liegen? Warum wir es immer wieder versucht haben und immer wieder zum Scheitern verurteilt wurden. Ob einer von uns zu schnell aufgegeben hat oder am Ende einfach doch nicht das zusammen kommt, was zusammen gehört. Weil wir vielleicht gar nicht zusammen gehören. Wir niemals funktioniert hätten. Wir uns lediglich immer nur idealisiert haben. Oder weil ich nie ihren Platz einnehmen werde.

 

„he killed me so many times, it’s a miracle I’m still alive“

Ich war mir immer sicher, wenn mein Verstand nur irgendwann versteht, dass es vorbei ist, mein Herz es auch versteht. Aber mein Herz versteht es nicht. Weil es nur fühlt. Und gerade fühlt es nichts weiter als eine eiskalte brutale Wirklichkeit. Sehnsucht nach einer gemeinsamen Zeit, die man nicht zurückdrehen kann. Wieder erleben kann. Nicht mal für einen kurzen Moment. Nicht mal für eine einzig‘ beschissene Minute. Nein, nichtmal die Sternschnuppe am Himmel kann mir diesen Wunsch erfüllen.

Und manchmal…weißt du, manchmal würde ich gerne meine Sachen packen. Einfach weggehen. Flüchten. Vor jedem Ort, jeder Straße. Einfach vor all dem, was mich an dich erinnert. Einfach weggehen und dich hinter mir lassen. Endlich loslassen. Neu anfangen. Vergessen. Aber das geht nicht. Weil ich nirgendwo hin gehen kann, wo du nicht auch bist. Weil du immer da bist. An manchen Tagen mehr, an manchen Tagen weniger.

 

Manchmal bricht es mir das Herz, manchmal ist es sogar noch intensiver.

2 Antworten

  1. Sonja
    | Antworten

    Wow!!! Ich bin sprachlos über diesen tollen Text. Danke für diese tollen Worte, diesen Moment und seinen Emotionen. Emotionen, die man durchs Lesen spürt! Ich wünsche dir dass du dein Glück bekommst :*

    • Jani Isa
      | Antworten

      Oh wie lieb, vielen Dank! Freut mich ganz arg zu hören…<3
      Fühl dich fest gedrückt!

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